Die Warschauer Brücke in Berlin ist ein Ort des ständigen Übergangs: Täglich strömen Tausende zwischen Friedrichshain und Kreuzberg – getrieben von Terminen, Bahnanschlüssen und dem Tempo der Großstadt. Jeder eilt.
Genau hier, an diesem pulsierenden Knotenpunkt, entstand meine analoge Straßenportraitserie "Strangers". Ein Versuch, den unaufhaltsamen Strom der Stadt für einen Moment zu stoppen. Dafür bat ich Passanten mitten im Trubel, kurz innezuhalten. Diese spontanen Begegnungen dauerten nie länger als fünf Minuten. Ich fragte nicht nach Namen.
Die Anonymität bleibt gewahrt.
So rückt allein der menschliche Ausdruck in den Fokus. Der direkte Blick, die Stimmung des Augenblicks. Um der Hektik des Ortes etwas Organisches und Entschleunigtes entgegenzusetzen, fotografierte ich die Serie ausschließlich analog auf Kodak Gold 200. Das Filmmaterial verleiht den Bildern mit seinen warmen Farbtönen, der feinen Kornstruktur und den natürlichen Hauttönen Tiefe.
Für präzise Belichtungen trotz wechselnder Lichtverhältnisse nutzte ich einen externen Handbelichtungsmesser. Alle Porträts entstanden bewusst im Schatten. Das weiche Licht vermeidet harte Schlagschatten und hebt die feinen Nuancen der Mimik hervor.
So entstehen natürliche Straßenportraits, die das flüchtige Berliner Stadtleben in ruhigen, ausdrucksstarken Einzelbildern einfangen.